Bundesmodellprojekt Sucht im Alter

Gefördert durch:
Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit

Sucht im Alter! Ein Thema?

Auch wenn Sucht und Suchtgefährdung im Alter Themen sind, die häufig verschwiegen werden, haben sie noch gravierendere Folgen als bei jüngeren Menschen. Daher kommt es vermehrt zu In Bezug auf Alkohol nimmt die Verträglichkeit im Alter ab. Die Leber braucht länger für den Abbau des Alkohols, sodass der Grenzwert für risikoreichen Konsum bei einem Glas Bier (0,25 l) oder einem Glas Wein (0,1 l) liegt.

Alkohol in Kombination mit Medikamentenkonsum führt zu weiteren Schädigungen der Gesundheit.

In Kombination mit psychisch wirksamen Medikamenten wie Schlaf- und Beruhigungsmitteln kann es zu einer Vervielfachung der Wirkung und des Suchtpotentials kommen.

Wann ist man abhängig? Wer Sorgen hat, hat auch Likör!

Beim Alkoholkonsum sind die Grenzen zwischen Genuss und Gefahr auch bei älteren Menschen fließend. Niemandem wachsen blaue Haare, wenn die Abhängigkeit beginnt.
Es ist wichtig, auch bei risikoarmem Alkoholkonsum Trinkpausen einzulegen, um die psychische Befindlichkeit ohne Alkohol wahrzunehmen.
Falls Sie Probleme bekommen, holen Sie sich Hilfe im Freundes- oder Familienkreis. Falls dies nicht möglich ist, melden Sie sich im Suchthilfezentrum oder bei einer Selbsthilfegruppe.

Ziele

Ziel der Bemühungen ist nicht, ältere Menschen einzuschränken oder ihnen die Lebensfreude zu nehmen.
In der Reihenfolge der Ziele geht es um: Insgesamt geht es um die Verbesserung der Lebensqualität.

Wie sieht eine Behandlung aus?

Falls eine Abstinenz selbst nach einer Entzugsbehandlung (1 bis max. 3 Wochen) nicht möglich ist, erscheint eine stationäre Entwöhnungsbehandlung nötig. Hier vermitteln wir in geeignete Kliniken für Senioren.
Falls die Abstinenz möglich wird, bietet eine ambulante Rehabilitationsbehandlung eine Alternative vor Ort. Sie wird im Suchthilfezentrum durchgeführt und besteht aus wöchentlichen Einzel- und Gruppengesprächen für Senioren. Die Gesamtdauer ist etwa 6-9 Monate.
Die Themen orientieren sich an dem jeweiligen Bedarf. Bei älteren Menschen kommen folgende Themen häufig vor:

Sucht im Alter - Ein Bundesmodellprojekt im DIAKO-Verbund

Ziele des Projektes:

Was können Angehörige oder Menschen im sozialen Umfeld tun?

Zunächst sollten die Menschen im Umfeld einiges nicht tun: Gutgemeint hilft oft nicht. So hilft betroffenen Abhängigkeitserkrankten nicht das Verschweigen oder die Bagatellisierung des Problems.
Auch eine Kontrolle des Alkoholkonsums führt in der Regel zum Versteckspiel und zum heimlichen Trinken. Vorwürfe und Anklagen macht sich häufig der Betroffene selbst. Sie führen nur zu weiterem Widerstand.
Falls Sie Angehörige, Pflegekraft oder sonstige wichtige Bezugsperson sind, ist die wichtigste Grundlage für eine Lösung des Problems:
Schauen Sie nicht weg, auch wenn das Hinsehen zuweilen schmerzhaft ist. Durch das Hinsehen erfahren Sie Auffälligkeiten, in denen sich der Betroffene im Gespräch wiederfinden kann. Das Gespräch sollte auf Grundlage von Anteilnahme erfolgen.
Falls dann eine, wenn auch nur geringe, Einsicht geschieht, kann ein Hilfsangebot erfolgen.

Lösungsmöglichkeiten

Schließlich sollten Sie sich realistische Konsequenzen überlegen, falls keine Einsicht oder Änderung erfolgt. Diese sind dann auch glaubwürdig in dem Gespräch zu nennen.
Falls Sie sich unsicher fühlen, suchen Sie Hilfe. Wir bieten Beratung auch für Angehörige und Berufsgruppen, die mit älteren Menschen mit Suchtproblemen zu tun haben.

Ansprechpartner:

Ansprechpartner

Hans-Wilhelm Nielsen, Suchthilfezentrum

Silke Willer, Suchthilfezentrum

Dieter Ciplin, Margarethen-Residenz
Telefon: 04642 / 52300


Diana Brummer, Tagesstätte
Telefon: 04642 / 52352


Manfred Ritter, Selbsthilfegruppe Blaues Kreuz der Ev. Kirche „Fünfzig Plus“
Telefon: 04621 / 998514

Weitere Adressen:

Adressen Suchthilfezentrum Offene Sprechstunden
Schleswig
Suadicanistraße 45
Montag, 17:30 - 18:30 Uhr
Freitag, 9:00 - 10:00 Uhr
Kappeln
Konsul-Lorentzen-Straße 3 (Eingang über Margarethen-Residenz)
Dienstag, 16:00 - 17:00 Uhr
Satrup
Kulturzentrum, Eingang rechts, 1. Stock, Raum 211
Flensburger Straße 6
Mittwoch, 16:00 - 17:00 Uhr

Selbsthilfegruppe Blaues Kreuz der Ev. Kirche „Fünfzig Plus“

Treffen:
Montags von 16 - 18 Uhr im Mehrgenerationenhaus,
Lollfuß 48

Ansprechpartner:

Manfred Ritter
Telefon: 04621 / 998514