Bundesmodellprojekt Sucht im Alter
Gefördert durch:
Sucht im Alter! Ein Thema?
Auch wenn Sucht und Suchtgefährdung im Alter Themen sind, die häufig verschwiegen werden, haben sie noch gravierendere Folgen als bei jüngeren Menschen.- Suchtmittel belasten den Organismus und mindern die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Die Widerstandsfähigkeit ist im zunehmenden Alter eingeschränkt.
- Stürzen, die nicht weiter erklärbar sind
- Nervenentzündungen an Armen und Beinen
- Vernachlässigung des Äußeren bis hin zur Verwahrlosung.
Alkohol in Kombination mit Medikamentenkonsum führt zu weiteren Schädigungen der Gesundheit.
In Kombination mit psychisch wirksamen Medikamenten wie Schlaf- und Beruhigungsmitteln kann es zu einer Vervielfachung der Wirkung und des Suchtpotentials kommen.
Wann ist man abhängig? Wer Sorgen hat, hat auch Likör!
Beim Alkoholkonsum sind die Grenzen zwischen Genuss und Gefahr auch bei älteren Menschen fließend. Niemandem wachsen blaue Haare, wenn die Abhängigkeit beginnt.Es ist wichtig, auch bei risikoarmem Alkoholkonsum Trinkpausen einzulegen, um die psychische Befindlichkeit ohne Alkohol wahrzunehmen.
Falls Sie Probleme bekommen, holen Sie sich Hilfe im Freundes- oder Familienkreis. Falls dies nicht möglich ist, melden Sie sich im Suchthilfezentrum oder bei einer Selbsthilfegruppe.
Ziele
Ziel der Bemühungen ist nicht, ältere Menschen einzuschränken oder ihnen die Lebensfreude zu nehmen.In der Reihenfolge der Ziele geht es um:
- Verlängerung des Lebens
- Reduzierung des riskanten Konsums und der Exzesse
- Verlängerung der suchtstofffreien Perioden
- Verbesserung der Lebensgestaltung und Lebensbewältigung
- Dauerhafte Abstinenz bei Abhängigkeitserkrankung
Wie sieht eine Behandlung aus?
Falls eine Abstinenz selbst nach einer Entzugsbehandlung (1 bis max. 3 Wochen) nicht möglich ist, erscheint eine stationäre Entwöhnungsbehandlung nötig. Hier vermitteln wir in geeignete Kliniken für Senioren.Falls die Abstinenz möglich wird, bietet eine ambulante Rehabilitationsbehandlung eine Alternative vor Ort. Sie wird im Suchthilfezentrum durchgeführt und besteht aus wöchentlichen Einzel- und Gruppengesprächen für Senioren. Die Gesamtdauer ist etwa 6-9 Monate.
Die Themen orientieren sich an dem jeweiligen Bedarf. Bei älteren Menschen kommen folgende Themen häufig vor:
- Lebensbilanzierung, Würdigung der Leistungen der Personen
- Perspektiven für den weiteren Lebensweg: Wohnsituation, Kontakt
- Unterstützung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit
- Auseinandersetzung mit den Grundbedürfnissen
- Planung einer sinnvollen Freizeitgestaltung
- Auseinandersetzung mit Krankheiten, Älterwerden und Tod
Sucht im Alter - Ein Bundesmodellprojekt im DIAKO-Verbund
Ziele des Projektes:- Aufbau eines Netzwerkes zwischen Altenhilfe und Suchthilfe
- Sensibilisierung der Mitarbeiter der Suchthilfe für die Besonderheiten älterer Menschen
- Sensibilisierung der Mitarbeiter der Altenhilfe für suchtauffällige ältere Menschen
- Förderung der Fach- und Handlungskompetenzen im Umgang mit suchtauffälligen älteren Menschen
- Förderung der Motivation älterer Menschen zur Veränderung ihres Substanzkonsums
Was können Angehörige oder Menschen im sozialen Umfeld tun?
Zunächst sollten die Menschen im Umfeld einiges nicht tun: Gutgemeint hilft oft nicht. So hilft betroffenen Abhängigkeitserkrankten nicht das Verschweigen oder die Bagatellisierung des Problems.Auch eine Kontrolle des Alkoholkonsums führt in der Regel zum Versteckspiel und zum heimlichen Trinken. Vorwürfe und Anklagen macht sich häufig der Betroffene selbst. Sie führen nur zu weiterem Widerstand.
Falls Sie Angehörige, Pflegekraft oder sonstige wichtige Bezugsperson sind, ist die wichtigste Grundlage für eine Lösung des Problems:
Schauen Sie nicht weg, auch wenn das Hinsehen zuweilen schmerzhaft ist. Durch das Hinsehen erfahren Sie Auffälligkeiten, in denen sich der Betroffene im Gespräch wiederfinden kann. Das Gespräch sollte auf Grundlage von Anteilnahme erfolgen.
Falls dann eine, wenn auch nur geringe, Einsicht geschieht, kann ein Hilfsangebot erfolgen.
Lösungsmöglichkeiten
Schließlich sollten Sie sich realistische Konsequenzen überlegen, falls keine Einsicht oder Änderung erfolgt. Diese sind dann auch glaubwürdig in dem Gespräch zu nennen.Falls Sie sich unsicher fühlen, suchen Sie Hilfe. Wir bieten Beratung auch für Angehörige und Berufsgruppen, die mit älteren Menschen mit Suchtproblemen zu tun haben.
- Wahrnehmung: Auffälligkeiten, körperliche Symptome, soziale Folgen
- Ansprechen
- Fakten: Warum machen Sie sich Sorgen?
- Hilfsangebote: Beratungsstelle, Selbsthilfegruppe, Fachklinik
- Konsequenzen: z.B. kein Besuch der Enkel, Führerscheinabgabe, Info Hausarzt etc.
Ansprechpartner:

Hans-Wilhelm Nielsen, Suchthilfezentrum
Silke Willer, Suchthilfezentrum
Dieter Ciplin, Margarethen-Residenz
Telefon: 04642 / 52300
Diana Brummer, Tagesstätte
Telefon: 04642 / 52352
Manfred Ritter, Selbsthilfegruppe Blaues Kreuz der Ev. Kirche „Fünfzig Plus“
Telefon: 04621 / 998514
Weitere Adressen:
| Adressen Suchthilfezentrum | Offene Sprechstunden |
| Schleswig Suadicanistraße 45 |
Montag, 17:30 - 18:30 Uhr Freitag, 9:00 - 10:00 Uhr |
| Kappeln Konsul-Lorentzen-Straße 3 (Eingang über Margarethen-Residenz) |
Dienstag, 16:00 - 17:00 Uhr |
| Satrup Kulturzentrum, Eingang rechts, 1. Stock, Raum 211 Flensburger Straße 6 |
Mittwoch, 16:00 - 17:00 Uhr |
Selbsthilfegruppe Blaues Kreuz der Ev. Kirche „Fünfzig Plus“
Treffen:
Montags von 16 - 18 Uhr im Mehrgenerationenhaus,
Lollfuß 48
Ansprechpartner:
Manfred Ritter
Telefon: 04621 / 998514
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© 2009 Suchthilfezentrum Schleswig
www.suchthilfezentrum-sl.de
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